Crocodile Bill und die Salties
Nach den wunderschönen und vor allem beeindruckenden Tagen am Cape Tribulation, begannen wir den Tag des 27.08.2017 bereits zu früher Stunde in Daintree Village. Denn wir wollten unbedingt Krokodile in freier Wildbahn sehen. Bereits am Nachmittag des 26.08. hatten wir unser Glück versucht, aber leider war es den Reptilien zu kalt und sie ließen sich nur kurz unter der Wasseroberfläche blicken. Auch den Pythons war es zu frisch und wir sahen sie lediglich zusammengerollt in den Baumkronen.
Unser Skipper Bill vom Crocodile Express hatte uns schon am Tag zuvor gesagt, dass wir so oft wie wir möchten die Suche nach den „Salties“, wie die Aussies die Salzwasserkrokodile liebevoll nennen, wiederholen dürften. Für $28 p. P. ein durchaus gutes Angebot.
Am vorherigen Tag starteten wir von der Fähre aus in den salzigen Teil des Daintree Rivers. An diesem Tag legten wir direkt in Daintree Village ab und befuhren so den Süßwasserteil des Flusses. Hier könne man sowohl Salzwasser- bzw. Leistenkrokodile als auch Süßwasserkrokodile sehen, so Bill. Während die Süßwasserkrokos oder auch „Freshis“ für Menschen eher ungefährlich sind, sind es die „Salties“ umso weniger. An schwimmen ist, ab dem Daintree River nordwärts, also absolut nicht zu denken.
Bereits nach einigen Minuten hatten wir das große Glück das größte Krokodil in diesem Teil des Flusses zu sehen:
Bill erzählte uns, dass dieser Prachtkerl erst vor einigen Tagen einen Kampf mit einem anderen Männchen gehabt habe und noch immer sehr mitgenommen sei. Es war ein unglaubliches Gefühl, diesem riesigen Reptil so nahe zu sein!
Bill erklärte uns eine Menge über Krokodile, den Daintree River und die Aborigines. So sei es zu seiner Schulzeit die Regel gewesen, dass man im Fluss Schwimmunterricht hatte. Die Menschen hätten die Krokodile einfach erschossen und den Bestand immer weiter minimiert. Heute schwimme keiner mehr im Fluss und die Krokos würden unter Schutz stehen.
Neben den Informationen zu Krokodilen, haben wir auch etwas über Schlangen und Vögel erfahren. Bereits nach einer kurzen Zeit im Regenwald hatten wir unzählige Vogelarten gesehen! Australien zählt bis heute ca. 720 verschiedene Arten.
Die Schwalben bleiben ein Leben lang zusammen. Stirbt einer der Partner, stirbt auch der andere.
Der Kormoran spannt seine Flügel zum trocknen auf. Bei einem Sturzflug ins Wasser werden sie nass und der Vogel damit zu schwer zum fliegen.
Wir fuhren flussabwärts und entdeckten neben den vielen Vogelarten auch noch einige andere Tiere.
Bereits aus einer gewissen Entfernung konnten wir ein Krokodilweibchen ausmachen:
Das individuelle Muster auf dem Schwanz war sehr gut zu erkennen.
Bill sagte, dass wir die Kameras bereit machen sollten, da es nach der nächsten Kurve die Chance gäbe, Krokodilbabys zu sehen. Wir zückten die Kameras und nach der Kurve bekamen wir das zu sehen:
Ein männliches und ein weibliches Krokodil, welche gerade einen Stier verspeisten. Sogar Bill verschlug es die Sprache!
Einfach unglaublich, so etwas in freier Wildbahn zu erleben!
Da wir so beeindruckt waren, blieben wir nach der Tour einfach im Boot sitzen und fuhren noch einmal mit Bill auf Krokodil-Fahrt. Bill sagte, man könne den ganzen Tag auf dem Fluss fahren und es würden sich immer wieder neue Bilder ergeben.
Das Weibchen, welches zuvor den Stier gefressen hatte, erholte sich am Flussufer. Wir erfuhren, dass es sich bei dem Männchen, welches den Stier erlegt hatte, um den Kontrahenten des Prachtburschen vom Anfang handelte.
Am Ende der Fahrten waren wir wirklich sehr beeindruckt und konnten nun verstehen, warum überall an Flussufern Schilder aufgestellt sind, die vor Krokodilen warnen…
Wir halten nicht viel von Zoos und wollten auf unserer Reise unbedingt einige Tiere Australiens in freier Wildbahn sehen. Mit einem Boot den Daintree River entlang zu fahren und dabei einige wilde Krokodile, Vögel, Schlangen und Agamen zu sehen, ist eine wundervolle Möglichkeit! Wir können die Tour mit Crocodile Express sehr empfehlen. Bill fährt nur in die Nähe des Tieres und stellt den Motor ab. Die Tiere werden weder angefüttert, noch in ihrer Freiheit beschränkt.
See you later Alligator!
