Der Duft von Bärlauch
Bad Grund – Weltwald – Hübichenstein
Am Abend des 14.05.2015 kamen wir recht spät in unserem Waldhotel „Harzer Waldwinkel“ an. Das „Waldhotel“ machte seinem Namen alle Ehre, denn es liegt tatsächlich mitten im Wald. Während der Fahrt über den unbefestigten Weg, waren wir uns für einen Moment sicher, dass wir uns verfahren haben. Aber da! Inmitten einer Lichtung lag plötzlich das Hotel vor uns.
Wir betraten den Flur, es war mucksmäuschenstill. Nur ein paar Lampen im Eingangsbereich brannten, ansonsten war es ziemlich düster. Aus dem Speisesaal erklang eine Stimme „Na, da seid ihr endlich! Ick dachte schon ihr kommt ja nich‘ mehr!“ Der supernette Besitzer des Waldhotels begrüßte uns in akzentfreiem Berlinerisch und führte uns auf unser Zimmer. Ein liebevoll eingerichtetes, sauberes und rustikales Zimmer mit Blick auf den Wald. Wir sollten uns wie Zuhause fühlen, der Grill im Garten sei zum Grillen da und Frühstück gebe es von 05:00 Uhr bis 10:00 Uhr. Das Ganze kostete uns 40 Euro für eine Nacht mit Frühstück. Einfach unglaublich.
Am nächsten Morgen starteten wir nach dem leckeren Frühstück mit Ei, Radieschen, Wurst und Käse, eine Wanderung rund um das 8600-Seelen-Örtchen Bad Grund.
Nach einigen hundert Metern, stießen wir auf die ersten Überbleibsel einer früheren „lebendigeren“ Zeit des Westharzes.
Wie bereits des Öfteren erwähnt, fanden wir auch auf dieser Wanderung mehrere verlassene Gebäude. Wir schlossen die Augen und schon mit ein bisschen Fantasie konnten wir die lachenden Gäste hören, die vor Jahrzehnten in diesen Hotels Urlaub gemacht hatten.
Irgendwann war die Zeit des Harzes vorbei und der Tourismus ging zurück. Heute wird wieder viel dafür getan, dass die Gäste zurückkehren und der Harz wieder „lebendiger“ wird.
Nach einigen Kilometern erreichten wir den Eingang des Weltwaldes von Bad Grund. Ein Wald, der die Flora anderer Kontinente und Länder abbildet und einen auf 12 Kilometern einmal um die Welt führt.
Nachdem ich es nur bis kurz hinter den Hasen schaffte, brauchte ich eine kleine Pause im Tipi von Pocahontas.
Weiter ging es über tiefe Schluchten!
Auf dem Weg trafen wir sogar auf gefährliche Raubtiere!
Da unsere Vorräte aber bereits aufgebraucht waren, hatten wir vor Meister Petz nichts zu befürchten. 😀
Von einem Hochsitz aus, konnte man durch ein Fernglas Ausschau nach Tieren im Wald halten. Es gab einen Braunbären, einen Weißkopfseeadler und einen Wolf zu entdecken. Es handelt sich bei den „Tieren“ um Pappfiguren, denn schließlich sind wir hier im Weltwald und nicht im Weltzoo. 😉
Kurz vor Verlassen des Waldes wurden wir noch persönlich von einem Waldbewohner verabschiedet.
Wir ließen den Weltwald hinter uns und besuchten den Hübichenstein.
Der Hübichenstein ist ein Kalksteinfelsen, dessen Spitzen aus Überresten von Korallenriffen bestehen. Die Adlerfigur aus Bronze ist Teil eines Denkmals.
Wir folgten einem steilen Waldweg Richtung Osten. Je höher wir stiegen, desto mehr veränderte sich die Flora um uns herum. Nach einigen Höhenmetern, die wir hinter uns gebracht hatten, stießen wir schließlich auf ein Meer von Bärlauch! Der stand gerade in voller Blüte und versprühte seinen herrlichen Duft. Überall um uns herum wuchs Bärlauch.
Nach einigen Kilometern erreichten wir dann den Iberger Albertturm. Bereits am Hübichenstein hatten wir ein Schild gelesen, dass am Turm eine Gaststätte zu erwarten sei. Den ganzen steilen Weg über freuten wir uns auf ein kaltes Getränk.
Zu dem kalten Getränk gab es dann sogar die extra Portion Bärlauch!
Bärlauchwurst, Bärlauchsuppe und zum guten Abschluss: Bärlauchschnaps!
Frisch gestärkt und mit einem Tipp für selbstgemachten Bärlauchschnaps ging es weiter.
Für uns war dieser Umstand sogar ganz praktisch, denn wir sammelten fleißig die Tannenspitzen der toten Bäume. Aus den Spitzen haben wir später leckeren Tannenspitzenlikör hergestellt.
Auf unserem Weg kamen wir an Köhlerhütten vorbei. Die gemütlichen Hütten laden zum Verweilen ein. Gleichzeitig lernt man etwas über die Kokerei und die Verhüttung von Erzen. Auf Köhlerhütten trifft man im Harz immer wieder. Eine dieser Hütten hatten wir sogar mal eine warme Mahlzeit und ein trockenes Dach über dem Kopf zu verdanken. Davon erfahrt ihr allerdings in einem anderen Beitrag.
Als wir unser Hotel Harzer Waldwinkel auf der Lichtung erspähten, fing es bereits an zu dämmern.
Als absolute Grillfans, war für uns bereits gestern klar: Der Grill gehört heute Abend uns!
Obwohl es für Mitte Mai noch ziemlich frisch war, richteten wir eine gepflegte Grillung her.
Ein weiterer Vorteil mitten im Wald zu sein: Holz en masse!
Gegrillt wurden Hähnchenteile, mit Feta gefüllte Pilze und Zucchinischeiben.
Zum Nachtisch durften – wie bei jeder echten Grillung – die Marshmellows nicht fehlen!
Hier geht es zum dritten Tag…
