Über den Wolken von Neuseeland
Nach der regenreichen Nacht strahlte uns am nächsten Morgen die Sonne entgegen. Zwar schmerzten unsere Daumen vom nächtlichen Drücken, aber wir konnten unser Glück kaum fassen! Am 26.10.2017, dem letzten vollen Tag in Neuseeland, hatten wir etwas ganz Besonderes geplant…
Typisch für Neuseeland sind schließlich nicht nur grüne Hügel, Schafe und Naturgewalten! Die Neuseeländer sind auch echte Adrenalinjunkies. 1986 hatte es A. J. Hackett bereits vorgemacht und sich – lediglich an einem Seil befestigt – die Greenhithe Bridge in Auckland heruntergestürzt. Das Bungiejumping war geboren. Da ich mich aber nie für das in die Tiefe Stürzen an einem Seil begeistern konnte, wusste ich: ich möchte Tandemspringen! Bereits in Deutschland war das meine Idee. Nachdem wir es in Queenstown bereits versuchten, aber wegen des schlechten Wetters nicht durchziehen konnten, wollten wir uns nun heute aus einem Flugzeug stürzen!
Dafür fuhren wir zu den Skydiving Kiwis nach Ashburton, ca. 80 Kilometer von Christchurch entfernt. Nach einer kurzen Einweisung konnte es direkt losgehen!
Ich hatte die Ehre mit Lassi-Pekka Ruuskanen springen zu dürfen, der sich gerne auch mal im Wingsuit von Berggipfeln stürzt.
Bereits aus dem Flugzeug konnten wir sowohl auf der einen Seite die Südalpen als auch auf der anderen Seite den Pazifischen Ozean sehen. Eine Wahnsinnskulisse für einen Fallschirmsprung. Und darauf kam es uns auch an. Denn beim Bungeejumping geht es in erster Linie um den Adrenalinkick. Hierbei geht es um den Blick eines Vogels auf eine fantastische Landschaft.
Nach gut 20 Minuten Flug befanden wir uns auf einer Höhe von 13.000 Fuß – ca. 4 Kilometer. Wir machten uns zum Absprung bereit…
Der erste Blick aus der offenen Tür, wirkte absolut surreal. Ich konnte mir vorher nicht einmal vorstellen wie es wohl sein würde, wenn sich bei einem Flugzeug in dieser Höhe die Tür öffnet, von dem Blick nach unten ganz zu schweigen…!
Geschafft: Der freie Fall wurde abrupt durch das Öffnen des Fallschirms beendet. Mit voller Wucht wurden wir nach oben geschleudert. Danach folgten einige Minuten voller Entspannung…
Nach einigen Minuten hatten wir wieder festen Boden unter den Füßen. Mit weichen Knien und einem Wahnsinnsdruck auf den Ohren wankte ich zurück zum Hangar.
„Das war krass!“ Mehr fiel mir erst einmal nicht ein. Ein großartiges Erlebnis, das wir – da sind wir uns einig – nicht mehr missen wollen.
Später Zuhause konnten wir es unseren Eltern nur mit den Worten „Das mussten wir einfach machen!“ erklären…
Nach dem Gefühl gefragt, das wir während des freien Falls hatten, musste ich erst einmal überlegen. Ich fühlte mich haltlos, verloren und war ehrlich froh als sich der Fallschirm öffnete. Das Gleiten am Schirm gefiel mir viel besser und ich konnte wieder durchatmen.
Jens hingegen gefiel der Freie Fall besser und er war absolut begeistert von dem Gefühl so schwerelos zu fallen und auf eine solche Geschwindigkeit beschleunigt zu werden.

