Auf Brisbane folgt Sydney
Nach Beendigung unseres Roadtrips in dem von uns sehr zu schätzen gelernten Queensland, geht unsere Reise weiter in die Hauptstadt des Bundesstaats von New South Wales. Mit fünf Millionen Einwohnern ist Sydney die größte Stadt Australiens. Allein mit dem Sydney Opera House und der Harbour Bridge bietet diese Metropole sicherlich schon ein Bild, das man unweigerlich mit Australien verbindet. Zumindest hätte ich auch schon vor unserer Reise – gleich nach dem Uluru – das Opernhaus als besondere Sehenswürdigkeit Australiens bezeichnet. Und die ist es tatsächlich auch.
Nachdem wir fliegend aus Brisbane unser Backpacker-Hostel in Sydney erreicht und uns kurz sortiert hatten, gingen wir zu Fuß Richtung Hafen. Auf dem Weg entschieden wir, Mrs Macquarie’s Chair – ein Aussichtspunkt am nördlichen Ende des botanischen Gartens – anzusteuern, um den Blick auf die Oper mit Brücke bis zum Sonnenuntergang zu erreichen.
Von unserer Unterkunft in Kings Cross – dem Rotlichtviertel Sydneys – waren wir relativ nah am Zentrum, so dass wir unser Ziel auch mit einigen Fotostopps innerhalb einer Stunde erreichten.
In der anschließenden Abenddämmerung gingen wir noch bis kurz vor Toresschluss (um 6 pm) durch den botanischen Garten, über den Circular Quay, in Richtung des historischen Stadtviertels „The Rocks“, um vielleicht trotz der Dunkelheit Spuren der Vergangenheit zu entdecken… und schließlich auch etwas zu essen.
Am nächsten Morgen verließen wir unser Hostel in (die andere) Richtung des wohlhabenden Vororts „Potts Point“, in dem wir im Vorbeigehen an einer Informationsstelle gleich Jo kennenlernten, der bereits seit 15 Jahren in Australien lebt und wirklich sehr motiviert sowie mit jeder Menge Wissen, Neuankömmlinge wie uns bei der Orientierung in dieser Stadt unterstützt.
Wir hatten uns mindestens eine halbe Stunde unterhalten und sind anschließend mit einer schon konkreteren Vorstellung der nächsten zwei Tage erstmal los Richtung Hafen!
Wir verließen die Vorstadt über die 112 Stufen der „Stairs of Death“ bzw. der McElhone Stairs und erreichten über diese auch bei Sydneysidern und Sportbegeisterten beliebte Treppe das Viertel Woolloomooloo.
An diesem Morgen hatten wir schönes Frühlingswetter und wir genossen unseren Spaziergang am Hafen entlang, unterhalb des botanischen Gartens durch „The Domain“, einem großen Park, der sowohl für Veranstaltungen, als auch zur täglichen Entspannung genutzt wird.
Bevor wir am Nachmittag unseren Weg durch den Hyde Park Richtung Süden nahmen, sollte unser erster Museumsbesuch während der drei Monate Auszeit stattfinden. Zuerst interessierten wir uns nur für die Architektur des „Hyde Park Barracks“-Gebäudes, in dem heute ein Museum dieser einstigen Sträflingsunterkunft zu finden ist.
Nachdem wir allerdings das Gelände betraten und etwas näher hinsahen, hatten wir schnell Interesse, eine Reise durch diesen Teil der Geschichte Australiens und Sydneys zu unternehmen…
…Und zwar nicht allein, sondern zusammen mit Ozzy – einem sehr freundlichen und insbesondere an Deutschland interessierten Herrn – der sich uns als Guide anbot und während der nächsten 1,5 Stunden sehr eindrucksvoll herumführte und informierte.
Die ebenso wie das Hyde Park Barracks-Gebäude von Francis Greenway entworfene St James Church trennt die Macquarie Street und entspricht in architektonischen Elementen genau dem gegenüberliegenden Gebäude und heutigen Museum.
Francis Greenway war übrigens ein englischer Strafgefangener, der unter anderem wegen Bilanzfälschung 1809 vor Gericht kam und in die Stäflingskolonie Australien überstellt wurde.
Nach einer Pause im Hyde Park durchstreiften wir Chinatown und gingen weiter in Richtung Sydneys Vergnügungsviertel Darling Harbour.
Zu Fuß schafften wir es noch bis zur Sydney Town Hall (die wie so manches sehenswerte Gebäude auf unserer Reise gerade renoviert wurde und entsprechend mit Baugerüst eingepackt war), von wo aus wir mit der Bahn wieder Richtung Zentrum, Circular Quay, Operhaus, Botanischer Garten gingen, um hier noch mehr Eindrücke und Ansichten einzufangen, bevor wir an diesem Abend den Bus „nach Hause“ nahmen.
Für unseren zweiten Tag in Sydney hatte uns Jo seine Empfehlung gegeben, am Nachmittag nach Manly zu fahren und mit einer späteren Fähre, die uns in der Abenddämmerung nach Sydney bringen sollte, wieder zurückzukehren.
Doch bevor wir zu diesem ca. 45 Min entfernten Ziel aufbrachen, informierten wir uns am Vormittag im Australien Museum sehr anschlaulich über Australiens Tierwelt, die Geschichte der Aboriginal People und sahen uns eine Sonder-Fotoausstellung des „Nature Photographer Of The Year 2017“ an.
Vom Dach des Museums war bei gutem Wetter außerdem ein schöner Ausblick in Richtung Innenstadt möglich:
Bei der anschließenden Fährfahrt Richtung Manly begegneten wir Segelbooten, die an diesem sonnigen Nachmittag noch etwas mehr als wir in der Sydney Cove durchgeschaukelt wurden.
Nachdem wir am Kai in Manly angelegt hatten, gingen wir – zusammen mit so ziemlich allen anderen Reisenden an diesem Tag – einmal quer durch die Fußgängerzone an den Manly Beach.
Der Ozeanstrand sei auch über die Grenzen Australiens hinaus bekannt und besonders bei Surfern wegen seiner gleichmäßigen Wellen sehr beliebt.
Am etwas weiter südöstlich gelegenen Shelly Beach gefiehl es uns allerdings noch besser. Der Strand ist nach etwa 20 Minuten zu Fuß erreichbar und in einer kleinen Bucht gelegen, die ganz besonders zum Schnorcheln und Tauchen geeignet ist. Von hieraus lässt sich Manly auf einem schön gelegenen Küstenweg auch noch weiter zu Fuß erwandern.
Wir ließen es an diesem Tag tatsächlich nach einem Stück dieses Weges gut sein und nahmen nach einem leckeren „Gourmet Burger“ bei Moo Gourmet Burgers Manly – ein kleines Restaurant im zweiten Stock auf der Strandpromenade des Manly Beachs mit schönem Blick auf das Meer – in der beginnenden Abenddämmerung eine Fähre zurück nach Sydney. Nach etwa einer halben Stunde konnten wir die die Oper, die Hafenbrücke und schließlich die gesamte Skyline aus dieser Perspektive sehen…
…Und es lohnte sich – ganz so, wie Jo es uns empfohlen hatte.

