Skandinavien-Roadtrip – Norwegen Teil IV

Von Welt zu Welt

Durch die Hardangervidda bis nach Lærdal

Nach einer ruhigen Nacht ohne weiteres Elchröhren brachen wir am Vormittag des 08.06.2018 nach dem Frühstück auf. Unser heutiges Ziel: Eidfjord!

Auf dem Weg kamen wir durch den Wintersportort Geilo (gesprochen: Jeilu) und durchquerten einen Teil der Hardangervidda. Verlassen lagen die Örtchen rechts und links der Straße.

 

Während der Fahrt durch die Hardangervidda fanden wir uns in einer anderen Welt wieder. Mit ca. 9.000 km² ist sie Euroaps größte Hochebene und in den meisten Teilen tundraartig. Felsen und Schmelzwasserseen werden eingerahmt von Flechten und kargen Sträuchern. Es ist still. Einzig die Wasserfälle rauschen und der raue Wind pfeift um die Felsen.

An diesem Tag erlebten wir eine Seltenheit in der Vidda. Denn das Wetter mit über 10 Grad Celsius und strahlend blauem Himmel ist durchaus nicht die Regel! Meist steigt die Temperatur in der Vidda selbst im Sommer nicht über 10 Grad. Im Winter kann sie sogar auf -40 Grad fallen und ist somit als subpolar zu bezeichnen.

Nach einigen Kilometern erreichten wir Vøringsfossen, wo wir einen der bekanntesten Wasserfälle Norwegens, den Vøringfoss, besuchten.

 

 

Donnernd rauschen die Wassermassen von zwei sich gegenüberliegenden Berghängen hinab, wo sie sich zu einem Fluss vereinen.

An diesem Abend fanden wir einen wunderschönen Platz auf dem Flatlandsmo-Campingplatz, der eingefasst von Bergen an einem See lag.

Das Wasser war über 23 Grad, so dass wir am Abend noch eine Runde durch den See schwimmen konnten.

 

 

 

 

 

Frisch gestärkt starteten wir am nächsten Morgen Richtung Unredal. Die Straße führte uns auch an diesem Tag durch viele Tunnel. Bereits am Vortag hatten wir eine geraume Zeit wie die Bergarbeiter in Tunneln verbracht. Am beeindruckensten war, dass es in den Tunnelsystemen sogar Kreisel gab!

 

Mit einem fröhlichen “Hei Ho, hei ho, wie sind wir alle froh…!” kamen wir nach einer Weile in Unredal an. Auf dem letzten Stück vor dem Örtchen hatten wir das Gefühl, dass vermutlich gar nichts mehr kommt. Aber da war auf einmal der Ort des Ziegenkäses: Unredal.

Aber nicht nur der durchaus schmackhafte Ziegenkäse erwartete uns dort, sondern auch die kleinste Stabkirche Skandinaviens. Bei gerade einmal 4 Metern Breite muss sich die Gemeinde am Sonntag ziemlich aneinander drängeln.

 

 

 

 

 

 

 

 

Am Mittag gab es leckere Ziegenkäse-Pfannkuchen. Belegt mit braunem, karamellisiertem und weißem Ziegenkäse.
Der kleine Hafen von Unredal.

Nach einem leckeren Ziegenkäse-Pancake am Hafen war unser nächstes Ziel das versteckt liegende Berg-Bauerndorf Otternes. Die Straße führte einige Meter steil bergauf, bis bereits die ersten knorrigen Häuser sichtbar wurden. Bei einem kleinen Rundgang durch das Dorf, währenddessen wir immer einen Blick auf den Aurlandfjord genossen, wurden wir in der Zeit zurückversetzt.

 

Normalerweise kostet der Besuch ein paar NOK Eintritt, da wir aber außerhalb der Saison dort waren, war es unbewohnt und die Haustüren verschlossen. Einen Besuch ist es aber auch ohne Blick in die Häuser wert.

 

 

 

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In Aurland konnten wir die kleine, weiße Steinkriche aus dem Jahr 1202 bestaunen, bevor wir unser letztes Ziel an diesem Tag anfuhren: der Stegastein.

 

 

Die Straße führte uns vom Tal auf einer steilen Serpentinenstraße bis hinauf zum Stegastein. Von dem hölzernen Steg, der einige Meter frei über die Kante des Abhanges schwebte, hatten wir einen wunderschönen Blick auf den Aurlandfjord.

 

 

 

 

 

Bevor wir allerdings die abendliche Campingruhe einläuten konnten, mussten wir todesmutig noch die Straße Bjorgvegen befahren. Die Straße ist die Alternative zu einem 24 Kilometer langen Tunnel, der bis nach Lærdal führt.

Die Straße war eine willkommene Abwechslung zu noch mehr Tunneln. Sie führte uns auf und ab, vorbei an Eis, Schnee und Wasserfällen. Genau wie die Hardangervidda erreichten wir eine andere Welt.

 

 

 

 

Am Abend erreichten wir Lærdal, wo wir auf dem Laerdal Holiday and Leisure Park die Nacht verbrachten.

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