Von High Heels und Kamelen

Kings Canyon nach Alice Springs

Am Morgen des 12.09.2017 starteten wir den Tag bereits gegen 04:00 Uhr. Die Nacht hatte ich diesmal gut überstanden, da ich mich in mehrere Schichten Wolldecken eingewickelt hatte. Michael stand, mit einer schmucken Koalamütze auf dem Kopf, vor uns und machte ein motivierendes Gesicht: „Let’s have a wonderfull sunrise in the park, yaaaaayyyiii!“. Gähnend schleppten wir uns in den Camper und brausten in den Kings Canyon Nationalpark. Die Morgendämmerung war bereits ausreichend, um dem Wanderpfad zu folgen.

Zuerst einmal wand sich der Pfad eine ganze Weile einen Berg hinauf.

Nach einer Weile erreichten wir „Priscillas Creek“, von wo aus es nur noch einige Meter bis zum Sunrise-Point waren. Priscillas Creek, die schmale Schlucht durch die der Weg führt, wurde nach dem Film „The Adventures of Priscilla, Queen of the Desert“ benannt. In diesem Film geht es um zwei Drag Queens, die auf High Heels das Outback durchqueren. Ein australischer Klassiker aus dem Jahr 1994.

 

Unsere Wanderung führte uns nach Sonnenaufgang durch den Kings Canyon. Vorbei an interessanten Gesteinsformationen, die sich durch die starken Witterungseinflüsse gebildet haben, dem Amphitheater, bis zum Garden Eden.

 

 

Michael erklärte uns, dass der Sandstein nicht braun, sondern weiß ist. Die Verfärbung kommt erst durch Oxidierung zustande.

 

Ein steiler Weg über eine Holztreppe führt bis in die Schlucht hinab, in den Garten Eden.

 

 

 

Unser Blick fiel auf riesige Felswände, die gerade in eine Schlucht führten.
In der Ferne wurde der Blick frei für das „Amphitheater“, dessen „Domes“ an die des Bryce Canyons in den USA erinnerten.
Michael zeigte uns den ältesten Baum des Kings Canyon. Unter den Einheimischen werde er „Prescillas Queen“ genannt. Es handelt sich dabei um einen Psycad.

Nach gut 7 Kilometern waren wir wieder am Camper angelangt und fuhren Richtung „The Alice“ wie Alice Springs von den Aussies genannt wird.

Während der Fahrt, die einige Stunden dauerte, machten wir zwei Stopps. Den ersten Stopp legten wir im Mount Ebenezer Roadhouse ein. Dort leben die Imanpa, Aboriginal People, die dort ihre selbstgemachte Kunst verkaufen. Vor allem die Frauen der Community verkaufen Bilder, Halsketten und Ohrringe. Wir erwarben einen bemalten Bumerang und eine wunderschöne Halskette.

Einen zweiten Stopp legten wir auf einer Kamelfarm ein. Dort hätte man für $9 die Möglichkeit gehabt, auf einem Kamel zu reiten. Als wir sahen, wie sich die Tiere angeleint mit Steckern in der Nase in der Sonne langweilten, verging uns die Lust an einen Ausritt zu denken.

 

Auf dem Gelände der Kamelfarm langweilten sich noch weitere Tiere. In einem kleinen Gehege saßen zwei Kängurus, eines mit einem „Joe“, einem Baby im Beutel.

 

Da Kängurus nicht schwitzen, lecken sie sich die Gelenke um sich Abkühlung zu verschaffen. In der Hitze des Outbacks leckte sich das Weibchen die Fesseln.

Auch ein Emu lief einige Meter weiter in einem kleinen Gehege auf und ab. Uns taten die Tiere Leid, da sie offensichtlich zu wenig Platz hatten.

Nach über 400 Kilometern waren wir in Alice Springs angekommen.

Die Stadt war so, wie sie im Reiseführer beschrieben stand. Nach Anbruch der Dunkelheit sollte man nicht alleine auf den Straßen unterwegs sein…

Nach einer so beeindruckenden Reise durch das Outback wirkte „The Alice“ eher trist und als kein Ort für einen längeren Aufenthalt.

Nach einer Übernachtung in einem Hostel wurden wir wieder zum Ayers Rock Airport gebracht. Empfehlenswert ist dabei eher ein Flug von Alice Springs. Die Fahrt zurück zum Uluru dauerte Stunden, die man sinnvoller hätte verbringen können.

Nach einer kurzen Wartezeit am kleinen Flughafen Ayers Rock, hob unser Flieger nach Melbourne pünktlich um 12:35 Uhr ab.

Die Safari war ein absolut einmaliges Erlebnis, das wir auf keinen Fall missen möchten. Der Kontrast des roten Outbacks zum saftig grünen Queensland war unglaublich.

Die Farben des Outbacks sind einfach wunderschön. Die backsteinfarbene Erde ist bewachsen von beigen Gräsern und graugrünen Büschen. Dahinter blendet der blaue, wolkenlose Himmel. Die Luft ist klar und es weht ein kühler Wind durch die sengende Hitze.

Falls Ihr Euch fragt, was mit den Austern geschehen ist… Wir haben sie NICHT gegessen. Auch wenn Austern kein Gehirn und dadurch keinerlei Empfindungen haben, haben wir es nicht übers Herz gebracht sie zu essen. Wir haben die Ration Austern, die sicher einige Dollar wert gewesen sind, wieder dem Meer übergeben. So sind wir eben! 😉

2 Gedanken zu „Von High Heels und Kamelen

  1. Wenn man dies alles so liest ist man mittendrin statt nur dabei. Auch wenn wir nicht so viel kommentiert haben sind wir echt begeistert von all den eindrücken an denen ihr uns habt teilhaben last liebe grüße aus Kassel von Anja und Dirk

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